CuSi3-Löten – häufig auch als MIG-Hartlöten bezeichnet – ist ein spezielles Fügeverfahren, das vor allem im Karosserie- und Dünnblechbereich eingesetzt wird.
Dabei wird das Grundmaterial im Gegensatz zum MIG/MAG-Schweißen oder WIG-Schweißen nicht aufgeschmolzen, sondern mit einem Kupfer-Silizium-Lot verbunden.
Damit CuSi3 fachgerecht verarbeitet werden kann, müssen jedoch Schweißgerät, Zubehör und Einstellungen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Was ist CuSi3-Löten genau?
Beim CuSi3-Löten handelt es sich um ein Hartlötverfahren, das in der Praxis meist mit einem MIG-Schweißgerät durchgeführt wird. Der Zusatzwerkstoff CuSi3 besteht aus einer Kupfer-Silizium-Legierung (etwa 97 % Kupfer und 3 % Silizium) und schmilzt bei einer deutlich niedrigeren Temperatur als Stahl. Im Gegensatz zum klassischen Schweißen wird beim CuSi3-Löten das Grundmaterial nicht aufgeschmolzen. Stattdessen schmilzt nur der Zusatzdraht, der als Lot dient. Dieses flüssige Lot benetzt die Oberfläche der Bauteile, fließt in den Fügespalt und verbindet die Werkstücke durch Haftung und metallische Bindung. Nach dem Abkühlen entsteht eine feste, saubere Lötverbindung. Durch die geringere Wärmeeinbringung bleiben Materialstruktur, Beschichtungen – etwa Zink – und Bauteilform weitgehend erhalten, was CuSi3-Löten besonders für verzinkte Bleche, Dünnbleche und Karosseriearbeiten geeignet macht.
- Spezielles Hartlotverfahren.
- Einfach und schnell wie MIG-MAG.
- Ideal bei verzinktem Blech.
Unterschied zwischen Schweißen und CuSi3-Löten
| Klassisches MIG-Schweißen | CuSi3-Löten |
| Grundmaterial schmilzt | Grundmaterial bleibt fest |
| Hohe Wärmeeinbringung | Sehr geringe Wärmeeinbringung |
| Gefahr von Verzug | Kaum Verzug |
| Zink verbrennt | Zink bleibt weitgehend erhalten |
| Hohe Festigkeit | Ausreichend für nichttragende Verbindungen |
CuSi3-Löten wird nicht für tragende Konstruktionen, sondern für präzise, wärmesensible Anwendungen eingesetzt.
Geeignete und ungeeignete Anwendungen
Besonders geeignet für:
Verzinkte Stähle
Dünnbleche (unter ca. 2 mm)
Karosserie- und Reparaturarbeiten
Vorteile:
Sehr geringe Wärmeeinbringung
Kaum Zinkabbrand
Gute Spaltüberbrückung
Saubere, optisch hochwertige Nähte
Nicht geeignet für:
Hochbelastete oder tragende Schweißnähte
Dicke Bauteile mit struktureller Funktion
CuSi3-Lötverbindungen sind nicht für tragende Konstruktionen ausgelegt.
Anforderungen an das Schweißgerät
Regelbarer Niedrigstrombereich
CuSi3 besitzt einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt (ca. 960 °C).
Deshalb ist ein feinfühlig regelbarer Strombereich entscheidend.
Typischer Arbeitsbereich: ca. 30–120 A
Stabile Regelung bei niedrigen Strömen zwingend erforderlich
Geräte mit schlechtem Niedrigstromverhalten sind ungeeignet
Stabile Lichtbogencharakteristik
Für saubere Lötverbindungen wird ein ruhiger, spritzerarmer Lichtbogen benötigt.
Vorteilhaft sind:
Invertertechnik
Sehr stabiler Kurzlichtbogenbetrieb
MIG-Löt- bzw. Brazing-Kennlinien (falls vorhanden)
Ein instabiler Lichtbogen führt schnell zu ungleichmäßigen Nähten und schlechter Benetzung.
Präziser Drahtvorschub
CuSi3-Draht ist deutlich weicher als Stahldraht.
Ein gleichmäßiger Drahtvorschub ist daher besonders wichtig.
Empfohlen:
Vierrollen-Vorschub oder sehr sauber eingestellter Zweirollen-Vorschub
U-Rollen oder speziell geeignete Vorschubrollen
Möglichst geringe Reibung im Brennerschlauch
Ein unruhiger Drahtvorschub führt sofort zu Prozessinstabilität.
Brenner- und Verschleißteilanforderungen
Drahtdurchmesser
Übliche Drahtdurchmesser beim CuSi3-Löten:
0,8 mm → Standard für Karosserie- und Dünnbleche
1,0 mm → höhere Abschmelzleistung, etwas robuster
Das Schweißgerät muss den jeweiligen Drahtdurchmesser zuverlässig unterstützen.
Kontaktspitze und Drahtführungsseele
Übermaß-Kontaktspitze empfohlen
(z. B. 1,0-mm-Kontaktspitze bei 0,8-mm-CuSi3-Draht)
→ Ausgleich der Wärmeausdehnung des DrahtesDrahtführungsseele aus Kunststoff / Teflon
→ Reduziert Reibung und verhindert Drahtstau
Schutzgas – zwingende Voraussetzung
Reines CO₂ ist für CuSi3 ungeeignet.
Empfohlen:
Argon 100 % (Standard)
Optional: Argon + 1–3 % CO₂ oder O₂
(abhängig vom Gerät und gewünschtem Lichtbogenverhalten)
Gasdurchfluss:
ca. 8–12 l/min, abhängig von Brenner, Gasdüse und Umgebung
Geräteeinstellungen – Richtwerte
Die genauen Werte hängen von Blechdicke, Drahtdurchmesser und Gerät ab.
Typische Tendenzen:
Spannung: niedriger als beim Stahlschweißen
Drahtvorschub: gleichmäßig, eher moderat
Induktivität: eher hoch → weicher Lichtbogen
Pulsfunktion (falls vorhanden): vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich
Zusammenfassung – Voraussetzungen für CuSi3-Löten
Ein geeignetes Schweißgerät sollte:
MIG-fähig sein
Einen stabilen Niedrigstrombetrieb ermöglichen
Einen gleichmäßigen Drahtvorschub bieten
Mit Argon-Schutzgas betrieben werden können
Idealerweise feine manuelle Einstellmöglichkeiten oder eine MIG-Löt-Kennlinie besitzen
Hinweise:
Beachten auch unseren Beitrag: CuSi3-Löten mit der RED MIG 210 SYN (nicht empfohlen)
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